Erneut sind wir Preisträger geworden beim Deutschen Orchesterwettbewerb 2016 in Ulm

"Professionelle Zupfer"

Zuletzt aktualisiert: 27 Januar 2015
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"Das Mülheimer Zupforchester brillierte mit virtuoser Solistin.
Seinen Ruf als eines der besten Ensembles seiner Art in Deutschland bestätigte das Mülheimer Zupforchester am Samstagabend in einem Konzert im Kammermusiksaal der Stadthalle. Das Programm umfasste ausschließlich Originalkompositionen des 20. Jahrhunderts unter wohltuendem Verzicht auf die bei manchen Zupforchestern so beliebten Bearbeitungen klassischer Orchestermusik oder bekannter Opern- und Operettenmelodien. Dabei war das Zeitgenössische nicht progressiv-experimentell, sondern eher rückwärts orientiert an älteren Stilmodellen, die jedoch mit modern geschärfter Harmonik und aggressiver Rhythmik durchaus einfallsreich mit Leben gefüllt wurden, wie z.B. die an der älteren Tanzsuite orientierten "Streiflichter" von Hermann Ambrosius oder das neo-barocke und romantische Elemente verbindende Konzert für Solo-Mandoline und Zupforchester von Arno Starck. Besonders gelungen erschien Dominik Hackners "Sketchbook", eine Tanzsuite, die unter Verarbeitung von Jazz- und Folklore-Elementen die Möglichkeiten eines Zupforchesters einschließlich eines "Schlagzeugsolos" auf den Resonanzkörpern voll ausnutzt.

Das alles, bis hin zu Rainer Glenn Buschmanns oder Burkhard Wolters jazzigen Kompositionen, hat in der Wiedergabe durch das MZO nichts dilettantisch Ungefähres, sondern ist unter der präzisen, pointiert zupackenden Leitung des Dirigenten Dominik Hackner voll professionell. Genauigkeit des Zusammenspiels, Homogenität des Klanges, dynamische Gestaltung bis hin zum kaum noch hörbaren Pianissimo, spannungsreich swingende Realisierung auch komplizierter Rhythmen, Ausnutzung verschiedener Anschlagstechniken zur Erzeugung unterschiedlicher Klangfarben ergeben einen Gesamteindruck, der kaum noch Wünsche offen lässt.
Für die ganz besondere Note sorgte dann die virtuose Solistin Gertrud Weyhofen mit dem bereits erwähnten Solokonzert von Starck und einem motorisch-folkloristisch angelegten "Concertino für Mandoline und Zupforchester" des Dänen Anthon Hansen, die in der Führung der Solostimme deutlich an den entsprechenden Vorbildern der Violinliteratur orientiert waren. So ausgezeichnet sie auch spielte, sie schien sich doch noch etwas unterfordert zu fühlen, denn was sie dann als erste Zugabe vom Stapel ließ, das konnte einem schon den Atem verschlagen: Das Präludium des Altmeisters Raffaele Calace übertrug so ungefähr alle Raffinessen der nachpaganinischen Violinliteratur auf die Mandoline. Beim Anhören dieses entfesselten Spiels kam einem die im Programm zu lesende Bemerkung, Gertrud Weyhofen sei in allen Konzertsälen der Welt zu Hause, gar nicht mehr so übertrieben vor.
Das Orchester selbst konnte sich erst nach drei weiteren Zugaben von den Zuhörern verabschieden."

Neue Ruhr-Zeitung - Mülheim, in der Ausgabe vom 21.06.2004 über das Konzert vom 19.06.2004 im Kammermusiksaal der Stadthalle Mülheim a.d. Ruhr

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